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18.08.2004
Heimaufsicht gegen Patientenschutzdecken
Altenheime verzichten seit vielen Jahren auf die so genannten Bettschürzen Fixierung
bedarf gesetzlicher Grundlage
Stuttgart Die von privaten Anbietern in Umlauf gebrachten Patientenschutzdecken für
Kranken- und Altenpflege sind erneut in die Kritik geraten. Neben dem baden-württembergischen
Sozialministerium warnt auch die Stuttgarter Heimaufsicht vor dem Gebrauch dieser umstrittenen
Decken.
Von Stefan Siegle
Im ersten Moment lesen sich die Empfehlungen für diese Patientenschutzdecken wie
die längst erwartete Entlastung für die Kranken- und Altenpflege. Man muss
nur eine Art Laken über den Kopf der zur pflegenden Person streifen, so dass nur
der Kopf herausschauen kann. Dann wird das Laken hinter dem Rücken der Person
kreuzweise verknotet und mit Schnüren seitlich am Bett befestigt. Doch hier ist
Vorsicht geboten, denn zwei Todesfälle wurden in jüngster Zeit mit diesen
Decken in Verbindung gebracht. Nach Ansicht des Bundesinstituts für Arzneimittel
und Medizinprodukte könne es zu Strangulation oder auch Ersticken an Erbrochenem
kommen. Wir haben die Heime seit Jahren auf dieses Risiko hingewiesen, so Eva Hungerland,
Sachgebietsleiterin im Gesundheitsamt Stuttgart. Im Rahmen der Heimaufsicht ist sie
zusammen mit dem Ordnungsamt jährlich auf Achse und besucht unangemeldet die rund
100 Altenheime der Landeshauptstadt sowohl in städtischer wie in kirchlicher Trägerschaft.
Für die Kontrollbesuche liegt ein Kriterienkatalog des Sozialministeriums zugrunde,
der unter anderem vor dem Gebrauch der Schutzdecken bei desorientierten alten Menschen
warnt. Wir können zwar immer nur Stichproben machen, so Hungerland, doch wir sind
davon überzeugt, dass die Decken nicht verwendet werden. 100-prozentig ausschließen
könne man es natürlich nicht. Bei der personalaufwändigen Heimbegehung
könnte manches durchs Netz fallen. Der Caritasverband Stuttgart bestätigt
indes, dass in ihren auf der Gemarkung der Landeshauptstadt liegenden vier Alten- und
Pflegeheimen vor dem Gebrauch gewarnt wird. In den 15 Jahren meiner Dienstzeit sind
diese Decken nie verwendet worden, sagt stellvertretend Gerhard Schröder, Einrichtungsleiter
im Haus Martinus in der Olgastraße. Zwar gebe es in der Caritas keine einheitliche
Absprache, die Häuser seien selbst dafür verantwortlich. Doch diese Decken
oder Bettschürzen, wie sie auch bezeichnet werden, stünden im Ruf, für
eine unzulässige Fixierung verwendet zu werden.
Mit einem Bein im Knast
Und diese Freiheitsberaubung eines Patienten oder eines alten Meschen bringt einen
Pfleger in Tuchfühlung mit dem Knast. Denn für die Fixierung gelten strenge
gesetzliche Vorgaben (siehe Anhang). Im Caritas-Haus Adam Müller-Guttenbronn in
der Auricher Straße sind diese umstrittenen Decken schon sehr lange Zeit aus
dem Verkehr gezogen, auch hier haben die wiederholten Warnungen sei es von der Heimaufsicht
oder dem Sozialministerium gefruchtet. Schwester Lissy, stellvertretende Heimleiterin
im Haus St. Monika in der Seeadlerstraße, kann sich nicht erinnern, dass in ihrer
20-jährigen Dienstzeit diese Decken jemals verwendet wurden. Obwohl die Anbieter
regelmäßig anrufen oder Prospekte schicken. Wir haben allerdings eine Person,
die aus medizinischen Gründen und unter richterlicher Genehmigung sporadisch einen
Sicherheitsgurt angelegt bekommt. Das sei dafür gedacht, dass die Person nicht
aus dem Bett fällt und sich womöglich selbst verletzt.
Das Diakonische Werk warnt ebenfalls bundesweit vor dem Gebrauch solcher mit Risiko
behafteten Decken. Wir gehen davon aus, dass sie in den Heimen der Diakonie auch nicht
verwendet werden, sagt Manfred Carrier, Referent für Altenpflege. Doch eine Anordnung
gäbe es nicht. Im übrigen sei es besser, verwirrte und desorientierte alte
Menschen am Weglaufen dadurch zu hindern, indem man sie beschäftigt, mit ihnen
kocht, backt oder singt.
GESETZLICHE REGELUNGEN
Fixierung von Patienten oder alten Menschen ist nur unter bestimmten Voraussetzungen
erlaubt:
1. Die Einwilligung des Betroffenen ist einzuholen. Dabei muss die einwilligende Person
voll orientiert und einwilligungsfähig, also geschäftsfähig sein. Sie
muss dies freiwillig tun und keinem Druck (auch psychischem) ausgesetzt sein.
2. Eine Fixierung ist nur erlaubt, wenn ein zu rechtfertigender Notstand vorliegt,
wenn Gefahr für den Betroffenen selbst oder einen Dritten besteht und nicht anders
als durch eine Fixierung abzuwenden ist, Paragraf 34 des Strafgesetzbuches (StGB).
3. Fixierung ist erlaubt bei richterlich genehmigter oder beschlossener Unterbringung.
4. Eine Rechtfertigung der Fixierung wegen Notwehr, Paragraf 32 des StGB, kommt in
Betracht, wenn ein Patient einen Mitpatienten oder eine Pflegekraft angreift. Rechtmäßig
ist eine Fixierung allerdings nur, solange der Angriff dauert oder droht.
18.08.2004
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15.07.2003
"Freundschaft"
beruhigt Demente
Wenn man Demenz-Kranken
die Möglichkeit eröffnet, mit Gleichbetroffenen in "freundschaftlichen"
Kontakt zu treten, fördert dies nicht nur ihr Wohlbefinden, es verringert auch
problematische Verhaltensweisen. Diesen Schluss ziehen N. G. Kutner und Kollegen aus
intensiven sechsmonatigen Beobachtungen an 59 Bewohnern einer Betreuungseinrichtung
für Demenz-Kranke. Die amerikanischen Wissenschaftler untersuchten, wie vorhandene
Freundschaften sich auf erregtes Verhalten der Patienten auswirken. Als "Freunde"
galten solche Mitpatienten, mit denen ein Demenz-Kranker zusammen saß oder spazieren
ging, den er berührte oder in "Unterhaltungen" verwickelte. Die Auswertung
ergab, dass "unbefreundete" Patienten mehr als dreimal so oft bei agiertem
Verhalten beobachtet wurden (12,5 Prozent der Stichproben) als Patienten mit "Freundschaften"
(3,6 Prozent der Stichproben). Kutner und Kollegen räumen ein, dass ihre Statistik
keine Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungsbeziehungen gestattet. So ist es durchaus
möglich, dass erregt wirkende Kranke nur ungern als "Freund" gewählt
werden. Freundschaft würde dann nicht unbedingt "beruhigen", sondern
Folge eines bereits ruhigeren Verhaltens sein.
N. G. Kutner u.a.: "Friendship" interactions and expression of agitation
among residents of a dementia care unit. Research on Aging 2000 (22) 188-205
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06.03.2003
Nochmals zur Auffrischung
die Fünfte Säule "Pflegeversicherung": (bevor sie verschwindet?)
Die Pflegeversicherung wurde
1995 unter dem damaligen
Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) eingeführt. Sie bildet neben Kranken-,
Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung die fünfte Säule der sozialen
Sicherung in Deutschland. Schätzungen zufolge sind bundesweit über 1,9 Millionen
Menschen ständig auf Pflege angewiesen. Die Tendenz ist steigend
Entsprechend der Pflegebedürftigkeit gitb es drei Pflegestufen:
Die Begutachtung nimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen vor. Die Leistungen
der Pflegeversicherung umfassen eine ambulante und eine stationäre Pflege.
Ist stationäre Pflege erforderlich, zahlt die Pflegeversicherung 1023 (Stufe1),
1279(Stufe2) und 1432(Stufe3).
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Ruf
nach mehr Arzneimitteln gegen Alzheimer
Die Deutsche Seniorenliga plädiert
für eine bessere medikamentöse Betreuung. Viele Alzheimerkranke werden früher
als nötig zum Pflegefall, weil ihnen aus Kostengründen wirksame Medikamente
verweigert werden. Dies beklagte jetzt auf einer Pressekonferenz die Deutsche Seniorenliga
(DSL) mit Sitz in Bonn.
"Behandeln statt pflegen" lautet das Motto einer Kampagne, mit der die DSL
jetzt an die Öffentlichkeit trat und eine bessere medikamentöse Behandlung
von Alzheimerkranken forderte. Viele in Spezialmedikamenten vertretene Wirkstoffe könnten
nachweislich den Pflegeaufwand verringern, die Lebensqualität der Kranken verbessern
und Kosten sparen.
Noch Fragen? Bitte wenden Sie sich an: Deutsche Seniorenliga (DSL), Gotenstr. 164,
53175 Bonn, Tel.: 02 28 - 36 79 30,
Fax: 02 28 - 3 67 93 90, E-Mail: bv-dsl@t-online.de 
Quelle: Altenpflege
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05.11.2002
Welt-Alzheimertag
Demenzkranke: Ein Leben in Würde
Anlässlich des Welt-Alzheimertages 2002 wurde erneut die gesellschaftliche Verantwortung
betont, Demenzkranken ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, seien unter anderem der Ausbau und die Weiterentwicklung
von Versorgungsstrukturen, die Qualifizierung des Pflegepersonals und die Unterstützung
für pflegende Angehörige unverzichtbar. Einen Schwerpunkt bei der Erprobung
neuer Strukturen für Demenzkranke, setze das Modellprogramm "Altenhilfestrukturen
der Zukunft", so die noch amtierende Ministerin Christine Bergmann. In diesem
Kontext würden neue Formen des Zusammenlebens in kleinen Wohngruppen in Heimen
erprobt und Strategien zur besseren Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und
Angehörigen entwickelt. "Die Erkenntnisse aus dem Modellprogramm werden wir
nutzen, um die Strukturen der Altenhilfe insbesondere auch für Demenzerkrankte
weiterzuentwickeln", versprach Bergmann.
Nähere Informationen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend, Tel. (0 30) 2 06 55-10 61, Fax (0 30) 2 06 55-11 11, E-Mail: presse@bmfsfj.bund.de

Quelle: Altenheim
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Alzheimer-Verlauf
25.10.02
Mit einer ungewöhnlichen Behandlung konnten amerikanische Ärzte bei einer
kleinen
Patientengruppe das Voranschreiten von Alzheimer stoppen. Bei zwölf Betroffenen
verschlechterte sich die Demenz nicht mehr, nachdem Mediziner bei ihnen einen
künstlichen Abfluss für Hirnflüssigkeit gelegt hatten.
Bevor jedoch die Behandlung empfohlen werden kann, muss die Methode jedoch an einer
größeren Patientengruppe erprobt werden.
Quelle: Mittelbayerische Zeitung
Anmerkung:
Ob es sich bei dem künstlichen Abfluss um die Methode der Shuntversorgung bei
Hydrocephalus handelt?? Diese Methode wird ja schon seit Jahrzehnten in der Medizin
zur
Liquorregulierung angewandt.Leider wurde die Methode nicht näher beschrieben. |
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Sauerkraut
als Krebshemmer?
Finnische Forscher zufolge enhält Sauerkraut Krebshemmende Substanzen.
Diese Isothiocyanate hätten im Tierversuch eine hemmende Wirkung auf das Krebswachstum
vor allem in Brust, Darm, Lunge und Leber gezeigt.
Ob die Stoffe bei Menschen die gleiche Wirkung zeigten, sei allerdings unbekannt.
Die Isothiocyanate enstehen beim Vergären des Weißkohls zum Sauerkraut.
Anmerkung:
Eigentlich bin ich ja gegen Tierversuche, aber andererseits, und immer wieder
aufs Neue bewiesen, sind die schrecklichen Tierversuche für den Fortschritt der
Medizin unverzichtbar.  |
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